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Mit niedrigen Zinsen sollte sich niemand abfinden

Mit niedrigen Zinsen sollte sich niemand abfinden

 

Noch vor zwei Jahren sah dies ganz anders aus. Mehr als die Hälfte aller Sparer machten sich ernsthaft Gedanken über die Nullzinssituation. Zu diesem Ergebnis kommt das Vermögensbarometer des DSGV. Ist damit die ursprüngliche Sorge der vergangenen Jahre um den Vermögensfresser „Nullzins“ abgeflacht, nehmen Sparer diesen Zustand einfach so hin?

Die Antwort lautet: „Nein“. Wie ein Blick auf die Anlageentscheidung zeigt, gaben 45 Prozent aller Befragten an, dass die niedrigen Zinsen bei der finalen Entscheidung eine wichtige oder sogar sehr wichtige Rolle spielen. Hier ist die Bedeutung sogar gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Wir sprachen mit René Rörig, Leitung Online-Filiale bei der Kreissparkasse Limburg darüber, ob Sparer inzwischen nüchterner und mit weniger Sorge auf die niedrigen Zinsen schauen.

Herr Rörig, die Zinsen verharren auf Rekordtief, die Inflation steigt. Was bedeutet das für Anleger, die sich ja der aktuellen Zinssituation durchaus bewusst sind?

Es stimmt, die Verbraucherpreise steigen seit geraumer Zeit, die EZB will nach aktuellem Stand den Leitzins bis mindestens über den Sommer 2020 bei null belassen, und die Aktienmärkte werden vermutlich weiterhin volatil bleiben. Dennoch bedeutet diese Gemengelage nicht, dass es dauerhaft abwärts gehen wird. Beispielsweise läuft die Konjunktur in Deutschland nach einer Stagnation in der zweiten Jahreshälfte des letzten Jahres seit 2019 wieder positiv.

Warum sind die Märkte dann trotzdem so schwankungsanfällig?

Dafür gibt es ein ganzes Bündel von Gründen: Siehe zum Beispiel der Handelskonflikt zwischen den USA und China und der steigende Ölpreis. Dann hat die Bundesregierung auch noch ihre Wachstumserwartungen nach unten korrigiert, und der IWF erwartet ein langsameres Wachstum der Weltwirtschaft. Diese Kombination sorgt bei den Finanzmarktteilnehmern für Anspannung. Gibt es dann wieder positive Nachrichten, etwa die ersten Verhandlungsergebnisse für den Brexit, werden die Börsen darauf auch reagieren.

Die Ergebnisse des DSGV-Vermögensbarometers zeigen, dass über ein Drittel der Befragten ihr Sparverhalten an die Niedrigzinsphase angepasst haben. Wie kann eine solche Anpassung aussehen?

Wer sich bei seiner Geldanlage an ein paar Regeln hält, kann der aktuellen Nervosität an den Märkten gelassen gegenübertreten. Wichtig ist es, aktiv zu werden und nicht abzuwarten, bis vielleicht die Zinsen wieder steigen. Regelmäßig und langfristig in Wertpapiere sparen ist hier der wichtigste Tipp. Denn eines gilt nach wie vor in der Nullzinsphase: Parke ich mein Geld auf dem Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto, gibt es darauf keine Zinsen. Zudem liegt die Inflation deutlich über dem Zinsniveau. Real fallen so negative Erträge an. Der Geldwert sinkt also, je länger das Geld dort liegt.

Viele Anleger haben Angst vor einem Kapitalverlust, wenn sie ihr Geld in Wertpapiere anlegen.

Viele Anleger sagen selbst, dass sie zu wenig über Wertpapiere wissen. Das zeigt auch das aktuelle Vermögensbarometer des DSGV: Rund 38 Prozent der Befragten schätzen ihren Kenntnisstand als mangelhaft ein. Und genau hier sind wir als Sparkasse gefragt. Was bedeutet es, wenn über die Hälfte aller Befragten sagen, dass sie nur Geldanlagen ohne jegliches Risiko wollen und dafür Verluste in Kauf nehmen? Das bedeutet, dass das Vermögen sinkt und die Sparer sich in Zukunft weniger leisten können. Stellen wir das den Risiken von Wertpapier-Sparplänen gegenüber, stimmen viele Kunden zu, dass diese für sie in Ordnung sind. Eine individuelle Einordnung von Risiken und Chancen ist also wichtig.

Welche Regeln sollten Anleger beherzigen?

Aus eigener Erfahrung ist das Wichtigste bei schwankenden Kursen: Ruhe bewahren. Und Geduld. Das ist schwierig, ich weiß. Aber je länger man seine Anlage hält, desto eher wirft sie Rendite ab. Verstehen Sie mich nicht falsch, natürlich gibt es auch Risiken. Kursausschläge bieten nicht nur Chancen, sondern können auch Verluste beinhalten. Auf lange Sicht können diese aber geglättet werden.

Wie also soll ich mein Geld anlegen, damit ich Vermögen aufbauen kann?

Ich habe meine Investitionen in unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Immobilien breit gestreut. Gerade in turbulenten Zeiten wie diesen ist diese Diversifizierung wichtig. Das ist ähnlich einem Pferderennen: Setzt man auf mehrere Pferde, läuft das eine weiter, wenn das andere strauchelt. Im nächsten Schritt sollten aus demselben Grund innerhalb der Anlageklassen Positionen in unterschiedliche Branchen, Regionen und Währungen aufgebaut werden.

Das ist aber ganz schön aufwendig.

Das muss man nicht selbst machen. Es gibt Fonds, die dieses Modell abbilden. Natürlich können sich auch hier Währungs- und Wertschwankungen negativ auf die Anlage auswirken. Und je höher der Aktienanteil, desto eher kann der Wert schwanken. Deshalb sollte nur der Teil des Geldes in Aktien angelegt werden, auf den man einige Zeit verzichten kann.

Gibt es eine Anlage für alle?

Die Bedürfnisse und Erwartungen eines jeden Anlegers sind anders, die eine Lösung für alle gibt es nicht. Unsere Berater in der Kreissparkasse Limburg helfen deshalb herauszufinden, wie und mit welcher Anlagestrategie der Kunde sein Geld am besten für sich arbeiten lassen kann. Dafür bedarf es übrigens gar nicht so viel an Kapital, wie oft angenommen wird. Bereits ab 25 Euro monatlich sind bei uns Fondsanlagen möglich.

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