Außer Spesen nichts gewesen
Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank
Frankfurt, 24. April 2026
Die Finanzmärkte beendeten die vergangene Handelswoche, wie sie begonnen hatten. Der Dax bewegte sich in einem engen Band um seinen Startwert zu Beginn der Woche, das Gleich galt für die Kurse von Anleihen. Grund für diese Stagnation ist der anhaltende Stillstand in der Straße von Hormus. Denn jede Woche, die in der diplomatischen Blockade verstreicht, bringt die Weltwirtschaft näher heran an den Energieinfarkt. Die Lager nehmen ab, der Rohölpreis steigt. In der abgelaufenen Woche zog er um knapp 10 Prozent an. Da halfen auch die Ankündigungen der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) nichts, nach mehr als fünfzigjähriger Mitgliedschaft aus der OPEC auszutreten. Selbst wenn das Angebot aus den VAE kurzfristig erhöht würde, bleiben die Exporte durch den Konflikt beschränkt. Die VAE kündigten an, die Förderung künftig „verantwortungsvoll“ und schrittweise zu erhöhen. Vor dem Krieg lag die Produktion bei rund 3,5 Millionen Barrel pro Tag, perspektivisch strebt das Land einen Ausbau in Richtung fünf bis sechs Millionen Barrel pro Tag an. Mittelfristig bedeutet dies einen deutlich niedrigeren Rohölpreis, allerdings überschattet die geopolitische Krisenlage im Nachen Osten gegenwärtig alle längerfristigen Perspektiven.
Die besten Nachrichten für die Aktienmärkte kommen immer noch von den Unternehmen selber: So haben 78 Prozent der US-Unternehmen im ersten Quartal die Gewinn- und 74 Prozent die Umsatzerwartungen übertroffen. Die allgemeinen Wirtschaftsdaten der Woche bewegten die Kurse dagegen kaum. Die Inflation in Deutschland zog moderat auf 2,9 Prozent an, weiterhin geprägt von den rohölnahen Produkten im Warenkorb der Privaten Haushalte. Die US-Notenbank tagte und fasste keine neuen Zinsbeschlüsse.





Schreibe einen Kommentar