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Kolumne Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank: Quo vadis, Roma?

eingestellt von Selina Schwarz am 2. Juni 2018

 

Quo vadis, Roma?

 

Frankfurt, 1. Juni2018

 

An den Kapitalmärkten ist lange ignoriert worden, dass das Ergebnis der Parlamentswahl in Italien ein beträchtliches Gefahrenpotenzial in sich birgt. Nachdem sich dann die populistischen Parteien Lega und 5-Sterne-Bewegung auf ein extrem kostspieliges Regierungsprogramm geeinigt hatten, nahmen die Reaktionen panikartige Züge an. Die Renditen italienischer Staatsanleihen stiegen massiv an und Aktienkurse, allen voran Bankentitel, verzeichneten kräftige Verluste. Das vorgestellte Regierungsprogramm lässt eine starke Defizitausweitung befürchten und geht auf harten Konfrontationskurs zum EU-Stabilitätspakt. Die Furcht vor einer Neuauflage der Eurokrise hat auch zu Fluchtbewegungen aus anderen Peripherieländern der Eurozone sowie aus risikobehafteten Unternehmenswerten geführt. Im Gegenzug wurden vor allem sichere Häfen wie Bundesanleihen und US-Schuldverschreibungen nachgefragt.

 

Stimmungsindikatoren könnten weiterhin positive überraschen

Zuletzt hatte der Rückgang von Stimmungsindikatoren in Europa Fragen über die Stärke des aktuellen Aufschwungs aufgeworfen. Immerhin hat sich nun das sogenannte ‚Economic Sentiment‘ für die Eurozone stabilisiert und damit die Märkte positiv überrascht. Auch bei den kommenden Stimmungsindikatoren dürfte sich eine Stabilisierung abzeichnen und damit ein ordentliches Wachstum für das zweite Quartal andeuten. Der drohende Stress mit der neuen italienischen Regierung in Verbindung mit dem schwelenden Handelsstreit mit den USA lässt dennoch die Erwartung aufkommen, dass sich die Europäische Zentralbank mit ihrem geldpolitischen Rückzug nun noch mehr Zeit lassen könnte.

 

 

 

 

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