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Gold war so begehrt wie Toilettenpapier

eingestellt von Carolin Berger am 10. August 2020

Gold war so begehrt wie Toilettenpapier

 

LIMBURG – Seit März steigt die Nachfrage nach Barren, Münzen und Tafeln

 

Nicole Theis handelt mit Gold in seiner reinen Form: Bei der Kreissparkasse Limburg gibt es Barren in verschiedenen Größen und Münzen zu kaufen. Foto: Sabine Rauch

Da gibt es die Anleger, die unbedingt etwas in den Händen halten wollen, und wenn es dann noch golden glänzt – umso besser. Und es gibt jene, die einfach vom steigenden Goldpreis profitieren wollen. Die kaufen Zertifikate. „Das ist dann aber nichts für die Hand“, sagt Nicole Theis. Sie kennt beide Arten Anleger, denn sie ist bei der Kreissparkasse Limburg seit Jahren für den Edelmetallhandel zuständig. Und sie verzeichnet seit März „einen extremen Anstieg bei der Gold-Nachfrage“.

Damals fingen viele Menschen an, in Gold zu investieren – aus Angst vor dem Verfall des Euro. Im April habe sogar die Degussa GmbH, der Marktführer im Goldhandel, so große Lieferengpässe gehabt, dass sie ihre Internetseite sperren musste. „Damals war Gold genauso begehrt wie Toilettenpapier.“ Inzwischen ist wieder Gold auf dem Markt, aber die Preise eilen von Rekordhoch zu Rekordhoch. Am Dienstag hat der Goldpreis die Marke von 2000 Dollar je Feinunze überschritten. Und sie gehe davon aus, dass die Preise erst einmal weiter steigen, sagt Nicole Theis. Manche Experten rechneten mit bis zu 2300 Dollar pro Unze. „Aber wer jetzt investiert, muss den Kurs beobachten“, sollte sich gut beraten lassen und nicht sein gesamtes Vermögen in Barren, Münzen oder Zertifikate anlegen, sagt Theis. Denn Gold sei nie ohne Risiko. Schließlich werfe ein Barren keine Zinsen ab und der Preis sei immer abhängig vom Euro-Dollar-Kurs.

Viele Fälschungen sind auf dem Markt

Wer sich für eine Investition in Gold entscheidet, hat die Wahl: Die Pragmatiker kaufen Barren, denn die sind günstiger. Diejenigen, die auch Wert auf die Optik legen, kaufen Anlagemünzen – egal ob den Krügerrand aus Südafrika, den kanadischen Maple Leaf, den Wiener Philharmoniker oder die Britannia-Münze. Die Prägung macht sie zwar etwas teurer, aber dafür sind sie auch schöner anzusehen als ein Barren. Die Sammler kaufen Erinnerungsstücke in Gold: Münzen, die zu Ehren von berühmten Persönlichkeiten oder Ereignissen geprägt wurden. Sie hoffen, dass die Münzen zusätzlich zum Goldwert irgendwann auch einen Sammlerwert bekommen und achten darauf, dass die Auflage nicht zu groß ist und niemand die guten Stücke anfasst – damit sie immer glänzen wie neu. Und dann gibt es noch die Kunden, die sich für Tafelgold entscheiden, goldene Tafeln, von denen sich kleine Barren abbrechen lassen. Das sind diejenigen, die auf alles vorbereitet sein wollen, auch darauf, dass sie vielleicht einmal ihr Brot mit Gold bezahlen müssen.

Aber Tafelgold ist auch bei denen beliebt, die nach einem wertvollen Geschenk suchen. Deshalb gibt es die Ein-Gramm-Portionen inzwischen auch als Geschenkkarte. Und auch die ist steuerfrei. Wer Gold kauft, muss keine Mehrwertsteuer zahlen, solange es sich um Anlagegold mit 995er Feingehalt handelt, sagt Nicole Theis. Aber wer sein Gold weniger als ein

Jahr behält, muss unter Umständen Spekulationssteuer auf den Gewinn zahlen. Also doch Finger weg vom Gold? Natürlich sei der Preis derzeit sehr hoch, „aber ich traue dem Gold noch einiges zu“, sagt Nicole Theis. Aber auf keinen Fall sollte man Gold kaufen, das sehr billig im Internet angeboten wird. Auch bei den Sammlermünzen seien viele Fälschungen auf dem Markt. „Man kann Gold im Internet kaufen, aber nur, wenn man von der Seriosität des Händlers überzeugt ist“, sagt Nicole Theis. Dasselbe gilt für den Juwelier, dem man sein Altgold verkaufen möchte. Auf alle Fälle sei es eine Überlegung wert, wie sehr man an dem alten Schmuck hängt, der seit Jahren nicht getragen wurde. Der Erlös war nie so groß wie heute – oder vielleicht morgen.

Samstag, 08. August 2020, Nassauische Neue Presse / Lokales, Sabine Rauch

 

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