Der Traum vom Eigenheim! Tipps von Immobilienmakler Torsten Erbe

eingestellt von Christine Bräunche am 31. Mai 2023

Der Traum vom Eigenheim! Tipps von Immobilienmakler Torsten Erbe
Torsten Erbe, Immobilienmakler und Alexander Götzen, Multikanalvertrieb

 

Sie sind in den Dreißigern, frisch verheiratet, Nachwuchs ist im Anmarsch und nun planen Sie den nächsten Schritt in Form eines Eigenheims? Wie lässt sich der Traum davon heute realisieren? Lohnt sich ein Neubau überhaupt noch oder ist der Kauf von Bestandsimmobilien die bessere Alternative? Diese und weitere Fragen haben wir unserem Kollegen Herrn Erbe, langjähriger Immobilienmakler bei der Kreissparkasse Limburg, gestellt.

Herr Götzen: Herr Erbe, besonders junge Menschen stehen im Zuge ihrer weiteren Lebensplanung irgendwann vor der Thema Eigenheim und möchten sich gegebenenfalls eine eigene Immobilie zulegen. Daher eingangs die Frage: Wie beurteilen Sie die Preisentwicklung für Immobilien in den letzten fünf Jahren?

Herr Erbe: Bedingt durch die Niedrigzinsphase, die sich über mehrere Jahre hinweggezogen hat, konnten sich viele Menschen, die vorher nie daran gedacht haben ein Haus leisten. Dadurch war der Markt von Suchenden überschwemmt und das Angebot wurde immer geringer, weil viel gekauft wurde. Das hatte das bekannte Spiel „Angebot und Nachfrage“ zur Folge: wenig Angebot, viel Nachfrage. Die Preise sind enorm gestiegen, so wie ich es in den ganzen Jahren als Immobilienmakler noch nicht erlebt habe. Diese Entwicklung war in der Höhe nicht voraussehbar.

Entwicklung auf dem Immobilienmarkt

Herr Götzen: Wie ist die Lage aktuell? Ist das Immobilienangebot wieder größer?

Herr Erbe: Seit die Zinsen vor knapp einem Jahr von 1 % auf heute ca. 4 % gestiegen sind hat sich das etwas umgekehrt. Ich nehme da gerne folgendes Beispiel: Wenn ein Haus 300.000 Euro kostet, haben Sie vorher 3.000 Euro Zinsen pro Jahr bezahlt. Jetzt sind es 12.000 Euro. Da fallen natürlich viele Menschen weg, die sich kein Haus mehr leisten können. Dadurch ist die Nachfrage nicht mehr ganz so hoch, aber die Kaufpreise sind noch nicht stark gefallen. Außerdem sind  in letzter Zeit immer mehr Immobilien auf den Markt gekommen. Das hat klar etwas damit zu tun, dass nicht viel gekauft wurde, aber auch weil die Bundesregierung die Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich energetischer Maßnahmen in den letzten Monaten etwas verunsichert hat. Viele sagen, bevor sie dahingehend jetzt etwas investieren müssen, verkaufe ich lieber mein Haus.

Herr Götzen: Weil sie gerade das Thema „Energie“ aufgegriffen haben, die sich daran anschließende Frage: Gibt es dahingehend Immobilien, von denen man eher die Finger lassen sollte?

Herr Erbe: Das kommt immer auf die finanziellen Möglichkeiten jedes Einzelnen an oder auch, ob z.B. Bekannte bei einer etwaigen Sanierung unterstützen können. Generell gilt: Unabhängig davon, ob die Immobilie in einem energetisch schlechten Zustand ist, kann man immer etwas daraus machen. Es kommt auf das nötige Kleingeld an und natürlich den eigenen Geschmack, aber jede Immobilie findet seinen Deckel.

Herr Götzen: Sie haben erwähnt, dass das Angebot aktuell wieder größer ist. Gibt es hier in der Region Geheimtipps, Orte, wo es erschwinglicher ist zu bauen oder zu kaufen?

Herr Erbe: Unser Geschäftsgebiet erstreckt sich von Bad Camberg im Süden bis nach Wilsenroth im Norden. Man kann im Verhältnis sagen: je nördlicher, desto günstiger.

Herr Götzen: Das bedeutet, um mal ein Fallbeispiel zu nennen: Ich bin 32 Jahre alt, frisch verheiratet, Nachwuchs ist geplant und in dem Zuge ist auch ein Eigenheim geplant. Welche Schritte empfehlen Sie mir als erstes?

Herr Erbe: Unabhängig davon, ob es ein Neubau oder ein gebrauchtes Objekt sein soll, empfehle ich als ersten Schritt immer den Weg zur Kreissparkasse Limburg. Hier können Sie sich eine Finanzierung ausrechnen lassen und erfahren, wie viel „Haus“ Sie sich leisten können. Ein Aspekt ist da natürlich der gestiegene Zinssatz, aber auch die Frage nach persönlichen Bedingungen. Wichtig ist also, nicht den zweiten Schritt vor dem ersten zu tätigen. Laufen Sie nicht erst los und schauen sich eine Immobilie an, sondern klären Sie die finanziellen Gegebenheiten mit Ihrer Hausbank am besten vorab.

Bestandsimmobilie kaufen oder besser neu bauen?

Herr Götzen: Was lohnt sich denn aktuell mehr: eine Bestandsimmobilie kaufen oder neu bauen?

Herr Erbe: Das kann ich im Moment eindeutig sagen: Eine Bestandsimmobilie ist im Verhältnis immer noch günstiger als ein Neubau. Es ist ja allseits bekannt, dass zum Beispiel die Corona-Pandemie, die Ukraine- Krise, die Energie-Krise zu einem massiven Anstieg der Baumaterialien geführt hat – plus Lohnerhöhungen für Arbeitnehmer*innen. Dadurch ist, man es muss leider so sagen, der Neubau-Bereich fast ausgestorben. Es baut kaum noch jemand und wenn sich die Preise nicht ändern, wird das auch leider erst einmal so bleiben. Um die Frage also final zu beantworten: Eine Bestandsimmobilie, bei der der Haus mit Grundstück und Außenanlage steht und innen noch etwas gemacht werden muss, ist aktuell klar die bessere Alternative.

Herr Götzen: Was können Sie als Immobilienmakler der Kreissparkasse Limburg Ihren Kundinnen und Kunden grundsätzlich mit auf den Weg geben?

Herr Erbe: Wenn Sie noch eine Immobilie suchen, ist es ratsam, vorab so viel wie möglich anzusparen – eventuell auch über einen Bausparvertrag – um mehr Eigenkapital zur Verfügung zu haben um dann, wenn später die Traumimmobilie kommt, zuschlagen zu können. Sie können sich außerdem per E-Mail oder mit einem Anruf bei der Kreissparkasse Limburg (06431 2027222) mit Ihren Immobilienwünschen und Suchkriterien listen lassen. Wir nehmen Sie dann in unsere Suchkartei auf und kontaktieren Sie, wenn wir ein passendes Angebot haben.

Herr Götzen: Ich habe eingangs um Ihr Urteil zur Preisentwicklung von Immobilien in den letzten fünf Jahren gebeten. Wie ist Ihre Einschätzung zur Preisentwicklung von Immobilien in den nächsten fünf Jahren?

Herr Erbe: Die erwähnten Krisen der letzten Jahre konnte niemand voraussehen, weshalb ich meine Einschätzung für die kommenden Jahre aktuell nur kurzfristig abgeben kann. Die Preise haben sich bereits gefangen und werden von diesem Niveau erst mal nicht steigen. Vermutlich werden sie in nächster Zeit minimal sinken. Doch wie gesagt, das hat die Vergangenheit gelehrt, ist jede weitere Aussage über mehrere Jahre hinaus spekulativ. Da kann man nichts zu sagen.

Herr Götzen: Nun haben wir viel über Immobilien gesprochen, die Suchende selbst bewohnen möchten. Nachdem dieses Ziel erreicht ist: Wie steht es um Eigentum, das ich als Anlage kaufen möchte? Ist das aktuell sinnvoll und haben Sie dahingehend Tipps?

Herr Erbe: Die Immobilie als Geldanlage macht immer Sinn. Das kann später die schöne, zweite Rente sein. Das muss natürlich als langfristiges Projekt gesehen werden, welches sich über 20 bis 30 Jahre rechnet. Wenn der Zustand oder die Vermietbarkeit im Einklang mit dem Preis und den Zinsen stehen, ist eine Immobilie als Geldanlage immer und zu jeder Zeit empfehlenswert.

Herr Götzen: Mit dieser abschließenden Antwort bin auch ich im Einklang und bedanke mich für das spannende Interview, Herr Erbe.

Herr Erbe: Sehr gerne, vielen Dank.

 

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Kommentare


Raiku schreibt am 29.09.2023 um 10:25 Uhr:

Wer ein Einfamilienhaus bauen will muss echt tief in die Tasche greifen. Selbst ein Fertighaus kostet. Trotzdem muss auch bei Bestandsimmobilien auf die Lage geachtet werden. Kostengünstige Objekte sind meist nicht zentral gelegen.


Antwort von Marcel Weyer am 04.10.2023 um 09:35 Uhr:

Das stimmt, aktuell müssen beim Bau oder Kauf einer Immobilie deutlich mehr Punkte beachtet werden. Vielen Dank für Ihre sinnvolle Ergänzung.
Liebe Grüße
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