Die Kreissparkasse Limburg baut neu
Ein Blick auf die Baustelle für den Neubau der Kreissparkasse Limburg von der Schiede aus. Foto: Anette in Concas
Neubau an der Schiede: Ein markantes, quadratisches Gebäude entsteht, das für Mitarbeiter moderne Arbeitsplätze bietet / Auch neue Parkplätze werden gebaut
Nassauische Neue Presse, 26.02.2026 von Anette in Concas
LIMBURG. Seit Monaten verfolgen Passanten und Autofahrer aufmerksam, wie links neben der Kreissparkasse (KSK) Limburg an der Schiede ein neues Gebäude in die Höhe wächst. Etage um Etage nimmt der Neubau Gestalt an und füllt nun das Grundstück, das seit 2022 unbebaut war. Damals war dort ein Gebäudekomplex abgerissen worden, in dem zuvor das Immobiliencenter der KSK, die Sparkassenversicherung und eine Bausparkasse untergebracht waren. Die Sparkasse hatte das umgangssprachlich „Rothaasgebäude" genannte Haus bereits in den 90ern erworben. Historisch betrachtet bestand das Ensemble aber ursprünglich aus mehreren Häusern. Dazu zählten unter anderem die Gaststätte Schermuly mit der langen Kegelbahn sowie die schmalen Häuser daneben. Aufgrund des schlechten baulichen Zustandes wurden die nach außen zusammengeführten Häuser während Corona abgerissen.
Jetzt entsteht an gleicher Stelle ein markanter, quadratischer Bau mit einer Kantenlänge von 22 Metern. Er grenzt unmittelbar an das Sparkassengebäude mit der Hausnummer 41 an. Nur der Durchgang zwischen Schiede und Werner-Senger-Straße bleibt weiterhin bestehen. Von der Schiede aus betrachtet wirkt der Neubau bereits jetzt imposant – und ein Stockwerk fehlt noch. Über dem Erdgeschoss, das als Parkfläche genutzt werden soll, werden vier nahezu identische Nutzgeschosse errichtet. Insgesamt werden hier laut KSK Limburg, die zur Investitionssumme keine Angaben macht, rund 60 moderne Arbeitsplätze eingerichtet. Der Neubau ist flexibel konzipiert. Derzeit sind vier Wohnappartements an der ruhigsten Ecke des Gebäudes vorgesehen. Die Grundrisse lassen jedoch Spielraum: Innerhalb der Etagen könnten bei Bedarf zusätzliche Wände eingezogen und weitere Wohnungen aus den Gewerbeflächen geschaffen werden.
Photovoltaik-Anlage liefert Strom für Wärmepumpe
Gebaut wird möglichst mit regionalen Firmen, selbst der Beton stammt aus Diez. Einen Generalunternehmer gibt es nicht, die Projektsteuerung vonseiten der Sparkasse liegt in den Händen von Mitarbeiter Oliver Schrangs. Extern begleitet Architekt Jörg Groh von den „3 Architekten“ in Elz die Realisierung. Technisch entspricht das Gebäude den neuesten Standards. Photovoltaik-Anlagen an der Ost- und Südwand sowie auf dem Dach sollen Strom für die moderne Wärmepumpe liefern. Ursprünglich war auch Geothermie geprüft worden, die aber nicht realisiert werden konnte.
Für die Nachbarn verläuft die Bauphase offenbar weniger belastend als zunächst befürchtet. Mit dem Neubau entsteht für sie zugleich wieder eine Art Lärmschutzwand zur Schiede hin. Oliver Schrangs, der seit 1986 bei der Sparkasse tätig ist, tüftelt neben der Projektsteuerung auch an einer „schlauen„ Büroeinrichtung. Die Kabel für die Arbeitsplätze sollen durch die Decke verlaufen. Sie münden in einer Leuchte mit integriertem Kabelkanal, an die höhenverstellbare Schreibtische angeschlossen werden. Stolperfallen sollen so vermieden werden.“ Perspektivisch bedeutet das Projekt für einen Teil der rund 350 Mitarbeiter eine Rückkehr zum zentralen Standort in Limburg. „Back to the roots und die Stadt stärken“ lautet die Devise also auch für die Mitarbeiter, die derzeit noch im Gewerbegebiet am Fleckenberg im technischen Zentrum arbeiten.
KSK-Zentrale ist dringend sanierungsbedürftig
Ihre Wurzeln gesetzt hat die KSK Limburg am 1. Februar 1908. Landrat Büchting wurde erster Vorstandsvorsitzender. Erster Sitz der Sparkasse war das Landratsamt „In der Erbach“ in Limburg. 1926 erfolgte gemeinsam mit der Kreisverwaltung der Umzug in das neugebaute und bis heute als solches genutzte Kreishaus in Limburg. In den 1930er-Jahren gab es Pläne für den Bau eines eigenen Geschäftshauses, die wegen des Zweiten Weltkriegs jedoch nicht verwirklicht wurden. 1957 entstand schließlich ein zweites Gebäude neben dem damaligen Landratsamt, das bis heute die Zentrale der Kreissparkasse Limburg beherbergt. Hier muss dringend saniert werden. Die Planungen sollen mit dem Neubau fertiggestellt werden, sodass der Neubau zunächst als Sanierungsunterschlupf dienen könnte.
Langfristig verspricht das zusätzliche Gebäude eine Entlastung – sowohl für die Beschäftigten als auch für die Kunden. Arbeitsabläufe in der Hauptstelle lassen sich entzerren, Beratungs- und Servicebereiche besser strukturieren. Mit dem Neubau entstehen zudem fast 50 Stellplätze – für Besucher und vor allem für Mitarbeiter. Dadurch wird die bestehende Tiefgarage künftig entlastet. Mit dem Bauprojekt setzt die Kreissparkasse ein deutliches Zeichen für den Standort Limburg.
KSK-Projektbetreuer Oliver Schrangs zeigt, wo ein Teil der neuen Parkplätze entsteht. Foto: Anette in Concas





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