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Von Trump nicht die finanzielle Zukunft verderben lassen

Von Trump nicht die finanzielle Zukunft verderben lassen

3 Fragen an den Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater


An den Aktienmärkten ist es wieder holpriger geworden. Worin sehen Sie hierfür die Hauptursache?

Für viele ist Donald Trump der Spielverderber der Weltwirtschaft mit seinem vom Zaun gebrochenen Zollstreit, insbesondere mit China. Wir Volkswirte sehen das etwas nüchterner. Natürlich verändert die US-Regierung gerade die Weltpolitik. Die weltweiten Trends von Wachstum und Inflation werden jedoch nicht im Oval Office gemacht. Und sie sind es, die die Finanzmärkte beeinflussen. Einer dieser wichtigen Trends ist der Richtungswechsel bei den Notenbanken. Jahrelang haben sie nach der Finanzkrise den Volkswirtschaften unter die Arme gegriffen. Dieser Großeinsatz ist nicht mehr notwendig. In den USA steigen die Zinsen, in Europa abgeschwächt in den nächsten Jahren auch. Liquidität wird nicht mehr in die Märkte gepumpt, sondern daraus abgesaugt. Das verändert die Bewertung von Aktien und Anleihen. Wir haben bereits im vergangenen Jahr diagnostiziert, dass die Zeit ewig steigender Aktien- und Vermögenswerte erst einmal vorbei sein wird. Das ist in diesem Jahr eingetreten.

Werden wir uns auf weiterhin unruhigere Zeiten einstellen müssen?

Die größeren Schwankungen werden bis auf weiteres an der Tagesordnung sein. Trotzdem bleiben Aktien das bevorzugte Anlageinstrument in der Nach-Finanzkrisenzeit. Wer im letzten oder in diesem Jahr etwas günstiger an Aktien herankommt, sollte dies eher als Gelegenheit denn als Bedrohung wahrnehmen.

Nach wie vor liegt mehr als ein Drittel des Geldvermögens deutscher Privathaushalte in festverzinslichen Bankeinlagen. Das ist angesichts stärker schwankender Börsenkurse keine schlechte Strategie, oder?

Doch, es ist eine schlechte Strategie: Bankeinlagen sind in kommenden Jahren weiterhin ein Instrument zur Wertvernichtung. Zwar steigen die Zinsen leicht an, aber nicht über die Inflationsrate hinaus. Damit verlieren Einlagen kontinuierlich an Kaufkraft. Ich wundere mich oft, dass in Deutschland die Immobilie als Sachwertanlage und als Schutz gegen Krisen und Inflation durchgeht, die Aktie aber nicht.

Warum wundert Sie das? Immobilien wurden doch gern als „Betongold“ bezeichnet.

Mal ein Gedankenexperiment: Wären Aktien so schwerfällig und kostenintensiv handelbar wie Immobilien, würden die Deutschen wahrscheinlich auch eher auf die Dividendenrenditen von Aktien schauen. So stehen die teilweise aberwitzigen Kursschwankungen im Vordergrund, von denen die meisten nur deswegen zustande kommen, weil die Aktienbörsen heutzutage rund um die Uhr geöffnet sind. So wie eine Immobilie eher nach den langfristig erzielbaren laufenden Erträgen beurteilt wird, sollte auch die Aktie als Anlagegegenstand aufgefasst werden, der laufende Erträge produziert und dabei auf lange Sicht wertstabil bleibt.

Klingt nach einem Dilemma. Gibt es einen Ausweg?

Zu einer erwachsenen Aktienkultur gehört, dass man Aktien nicht im Crash verkauft – dann ist es sowieso zu spät – oder ins Portfolio aufnimmt, weil sie in den vergangenen fünf Jahren so gute Wertzuwächse hatten. Das ist dann ebenfalls kein günstiger Zeitpunkt. Wer das Prinzip der Streuung von Wertpapieren beherzigt, und sich auf die laufenden Erträge aus Wertpapieranlagen konzentriert, kann auch als Wertpapieranleger ein Leben ohne Hektik führen. Wichtig ist, dass tatsächlich nur die langfristigen Vermögensanteile in Aktien und Anleihen fließen, denn Wertpapiere spielen ihre Vorteile der höheren Verzinsung erst über die Zeitspanne einiger Jahre aus.

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