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Ausstellung „Expedition Custine“

eingestellt von Sandra Hessel am 2. Februar 2018

geschrieben von: Bernd Kexel, Referatsleiter, Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Referat für Kunst und Kultur

Landkreis Limburg-Weilburg und Kreissparkasse Limburg zeigen vielbeachtete Ausstellung

 

Die Französische Revolution scheitere in Limburg an der Lahn

Vier Meter hohe Guillotine und 1,5 Tonnen schwere Kanone in der Kundenhalle

Limburg-Weilburg. – 1.500 preußische Soldaten waren bei Limburg mit Wäschewaschen und Gewehrreinigen beschäftigt, als der französische Oberst Houchard, Custines Mann fürs Grobe und alle gefährlichen Einsätze, diese überraschte. Im gestreckten Galopp griffen die Franzosen die Preußen an und drängten sie binnen einer Stunde aus Limburg heraus. Das war am 9. November 1792. „Dass die Bestrebungen der Französischen Revolution nach Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit danach für kurze Zeit auch im Gebiet des heutigen Landkreises Limburg-Weilburg propagiert wurden, ist selbst manchem Heimatkundler in unserer Region nicht unbedingt bekannt“, erklärte Landrat Manfred Michel.  Zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden  der Limburger Kreissparkasse Patrick Ehlen eröffnete der Landrat die Ausstellung „Die Expedition Custine kam bis nach Limburg – Rheinland-Pfalz, Hessen und die gescheiterte Freiheit 1792/93″. Zahlreiche Heimatkundler und geschichtlich Interessierte waren gekommen, um die erstmals in der heimischen Region ausgestellten, teils einmaligen Exponate, zu betrachten. Zusammengestellt hat diese vielbeachtete Präsentation Dr. Dr. Mark Scheibe, Vorsitzender der Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789 bis 1815.

Die Idee, diese nach Limburg zu holen, kam vom neu gegründeten Referat für Kunst und Kultur des Landkreises. Doch im Kreishaus gibt es nicht die geeigneten Räumlichkeiten, um die eine über vier Meter hohe Guillotine und eine 1,5 Tonnen schwere Kanone zu platzieren. „Die benachbarte Kreissparkasse Limburg hat deshalb dankenswerterweise ihre Präsentationsräume zur Verfügung gestellt und auch einen Großteil der Kosten übernommen“, freute sich Landrat Michel. Sein herzlicher Dank galt deshalb Patrick Ehlen und der Firma Weil AG, die den Transport der großen und schweren Exponate übernommen hatte.

Zurück zur Geschichte, die Dr. Scheibe in seinem Referat sehr anschaulich darstellte:

 

Der französische General Custine, genannt „Schnauzbart“, war vor genau 225 Jahren eine gefürchtete Person im Taunus und in ganz Deutschland – „vor dem die Mauern deutscher Festungen gleichsam einfallen“. Mit über 20.000 Soldaten im Rücken lautete seine Vorgabe „Frieden den Hütten, Krieg den Palästen“, um die Menschen zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu bekehren und die Fürsten brandzuschatzen. Doch sein herrisches Auftreten und die Plünderung der Gemeindekassen machten ihm keine Freunde.

Noch am 9. November konnte er ein preußisches Heer bei Limburg über die Lahn zurückdrängen, doch Anfang Dezember wurden seine Truppen aus dem Rhein-Main-Lahn-Gebiet weitgehend vertrieben und mussten sich auf die Festung Königstein und die andere Rheinseite zurückziehen. Seine Anhänger, die mit Zwangsmaßnahmen, Gewalt und Geiselnahmen, die Menschen zu den Wahlen zu der „Mainzer Republik“ gedrängt hatten, wurden später mit langen Gefängnisstrafen belegt.

Patrick Ehlen über reichte einen Scheck in Höhe von 3.000 Euro an den Stiftungsvorsitzender. Er freue sich, dass diese Spende Studenten als Stipendium zugutekomme und Kreissparkasse somit einen Beitrag zur Erforschung der Heimatgeschichte leisten könne, sagte der Vorstandschef.

Die Ausstellung der Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789-1815 ist während der Öffnungszeiten der Kreissparkasse Limburg zu sehen. Der Eintritt ist frei.

 

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